Nicht jede Kletterrose ist für einen Rosenbogen gemacht. Manche werden zu groß, manche bleiben zu klein, manche stechen jeden, der durch den Bogen geht. Hier sind die Kriterien, die wirklich zählen – und eine Handvoll Sorten, mit denen man wenig falsch macht.
Die Endhöhe zuerst: Für einen einzelnen Bogen mit gut zwei Metern Durchgangshöhe passen Sorten, die 250 bis 350 cm erreichen. Ramblerrosen mit sechs und mehr Metern Wuchs brauchen einen Laubengang oder einen alten Baum – am einzelnen Bogen werden sie zur Dauerbaustelle.
Dann die Blühdauer: Öfterblühende Sorten liefern von Juni bis zum Frost immer wieder Blüten, einmalblühende dafür einen überwältigenden Flor im Juni. Am Hausbogen, an dem man täglich vorbeikommt, ist öfterblühend meist die dankbarere Wahl.
Und die Stacheln: An einem Durchgang, den man mehrmals täglich passiert, sind stark bestachelte Sorten eine schlechte Idee – spätestens wenn der Bogen eingewachsen ist und die Triebe in den Weg ragen.
New Dawn – der Klassiker für sonnige Lagen: zartrosa, öfterblühend, leicht duftend, robust gegen die gängigen Rosenkrankheiten und mit 300 cm wie gemacht für den Bogen. Wenn es eine Sorte für den Anfang gibt, dann diese.
Rosarium Uetersen – dichte, stark gefüllte Blüten in kräftigem Rosa, sehr winterhart und regenfest. Wirkt am Bogen üppig, fast nostalgisch.
Sympathie – samtiges Dunkelrot, sehr frosthart, wüchsig und gesund. Die richtige Wahl, wenn der Bogen vor heller Fassade oder Hecke steht.
Zephirine Drouhin – die Besonderheit unter den Klettersorten: praktisch stachellos und schattenverträglich. Am täglich genutzten Durchgang und an halbschattigen Standorten spielt sie ihre Stärken aus; kräftig rosa, intensiver Duft.
Ilse Krohn Superior – reinweiß, edel geformt, dunkles glänzendes Laub. Weiße Blüten vor Edelrost oder schwarzem Metall – ein Kontrast, der auch ohne Gartenkenntnisse funktioniert.
Compassion – lachsrosa mit gelbem Schimmer, stark duftend, gesund und mit 300 cm bogentauglich. Golden Showers – die verlässlichste gelbe Kletterrose, öfterblühend, verträgt auch halbschattige Lagen. Santana – leuchtend blutrot, samtige Blüten, sehr regenfest und wüchsig. Flammentanz – einmalblühend, dafür ein unvergesslicher Juni und extrem winterhart; die klassische Wahl für raue Lagen. Schneewalzer – große weiße Blüten mit gutem Duft. Aloha – kompakt, altrosa, ideal für kleine Bögen und Kübelpflanzung. Jasmina und Giardina – zwei moderne Nostalgiesorten mit gefüllten Blüten und ADR-Auszeichnung, blattgesund und für Anfänger sehr dankbar. Perennial Blue – violett verblauend, fast stachellos, üppig in Dolden blühend.
Wer auf Nummer sicher gehen will, achtet auf das ADR-Prädikat: Diese Rosen haben mehrjährige Praxistests ohne Pflanzenschutzmittel bestanden – ein besserer Gesundheitsnachweis als jede Katalogbeschreibung.
Wer mehr Blüte will, pflanzt auf die zweite Seite des Bogens eine Clematis. Sie klettert durch die Rose hindurch, füllt deren blühfreie Phasen und beschattet den Rosenfuß. Bewährt sind Viticella-Sorten: robust, schnittverträglich und ohne die Welkeprobleme der großblumigen Hybriden. Welche Rankhilfe eine Clematis sonst braucht, steht in unserem eigenen Clematis-Beitrag.
Die meisten Kletterrosen wollen einen sonnigen Platz mit mindestens fünf Stunden direkter Sonne. Halbschattige Lagen sind kein Ausschlusskriterium, aber sie schränken die Auswahl ein: Zephirine Drouhin und New Dawn kommen damit am besten zurecht, dunkelrote Sorten wie Sympathie brauchen mehr Licht, sonst bleiben Blüte und Wuchs dünn. Wichtiger als die reine Sonnenstundenzahl ist die Luftbewegung – Laub, das nach Tau und Regen schnell abtrocknet, bleibt gesund. Der Boden: tiefgründig, humos, durchlässig, ohne Staunässe.
Am Durchgang zählt Duft doppelt, weil man ihm zweimal täglich begegnet: Zephirine Drouhin duftet am intensivsten, New Dawn dezent und frisch, Rosarium Uetersen eher leicht. Farblich gilt eine einfache Regel: helle Sorten vor dunklem Hintergrund – weiß oder zartrosa vor Hecke, Edelrost oder schwarzem Metall –, dunkle Sorten vor heller Fassade. Wer zwei Sorten mischt, nimmt sie aus derselben Farbfamilie und lässt eine Clematis den Kontrast setzen.
Kletterrosen werden im Spätwinter geschnitten, bevor der Austrieb beginnt: alte, vergreiste Bodentriebe entfernen, Seitentriebe auf drei bis fünf Augen einkürzen, die Haupttriebe stehen lassen und weiter waagerecht führen. Öfterblühende Sorten danken es, wenn Verblühtes über den Sommer regelmäßig ausgeputzt wird – jeder entfernte Blütenstand bringt einen neuen. Gedüngt wird zum Austrieb und ein zweites Mal nach dem ersten Flor, spätestens Ende Juli, damit das Holz bis zum Winter ausreift.
Eine ausgewachsene Kletterrose bringt mit nassem Laub erhebliches Gewicht auf die Konstruktion, und die bewachsene Fläche fängt jeden Sturm. Die schönste Sorte nützt nichts, wenn der Bogen sich nach drei Jahren zur Seite neigt – deshalb gehört unter jede dieser Rosen ein stabiler Rosenbogen aus Metall, ordentlich im Boden verankert. Wie man richtig pflanzt und anbindet, zeigt unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Bepflanzen.
Rambler wie Bobbie James oder Paul’s Himalayan Musk sind atemberaubend – aber sie wollen hoch hinaus und einmal im Jahr blühen. Ihr Platz ist der Laubengang, die große Pergola oder ein alter Obstbaum, nicht der einzelne Bogen über dem Gartenweg. Wer den Rambler-Look am Bogen möchte, nimmt eine stark wüchsige öfterblühende Sorte und führt sie konsequent.
Öfterblühende Sorten wie New Dawn oder Rosarium Uetersen blühen mit kurzen Pausen von Juni bis zum Frost – Verblühtes regelmäßig auszuputzen verlängert die Blüte spürbar.
New Dawn: robust, blattgesund, schnittverträglich und verzeiht auch einen ungünstigen Standort. Danach Sympathie und Rosarium Uetersen.
Die hier genannten Sorten sind in Deutschland zuverlässig winterhart. In rauen Lagen hilft ein Anhäufeln der Veredelungsstelle im ersten Winter.